PROJEKTBESCHREIBUNG

bauherrBundesamt für Bauwesen und Raumordnung
wettbewerbVOF
hnf2.380 qm
bgf3.100 qm
gesamtkosten2,5 Mio €

Welten der Muslime und Alltagskulturen in Europa

Die staatlichen Museen zu Berlin sind in Dahlem mit vier Museen vertreten. Schwerpunkt sind die außereuropäischen Sammlungen des Ethnologischen Museums, des Museums für Indische und Ostasiatische Kunst und des Museums Europäischer Kulturen. Gegenstand des Entwurfes ist die Ausstellungsgestaltung und Ersteinrichtung der Ausstellungsräume der ehemaligen Gemäldegalerie im Bruno-Paul-Bau für die Nutzung durch das Museum Europäischer Kulturen und dem Ethnologischen Museum. Bei dem Museumskomplex in Dahlem handelt es sich um ein in drei Bauphasen entstandenes Ensemble. Ausgangspunkt ist das von Bruno Paul in den Jahren 1914 - 1923 errichtete Gebäude für ein Asiatisches Museum an der Arnimallee. Unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bruno-Paul-Bau für die nach Berlin zurückkehrende Sammlung als Gemäldegalerie hergerichtet. Innerhalb der Maßnahme der Funktionsertüchtigung werden die kabinettartigen Einbauten der Gemäldegalerie zurückgebaut, sodass große zusammenhängende Ausstellungsflächen entstehen. Hier soll wieder der Charakter magazinartiger, weitgehend vom Innenausbau befreiter Räume entstehen, etwa so wie sich das Gebäude in der Nutzungszeit zwischen den beiden Weltkriegen darstellte. Das Hauptgebäude des Bruno-Paul Baus mit seiner charakteristischen Flügelanlage steht unter Denkmalschutz. Grundgedanke des Entwurfes ist eine räumliche kompositorische Anordnung der Vitrinen, die ein "Freihalten" der Wände ermöglicht. Beim Betreten des Raumes werden nur die Leitexponate sichtbar und erst beim weiteren Durchschreiten des Ausstellungsraumes erschließen sich die einzelnen Themenkreise. Diese Themenkreise werden als Einheit durch ein Ausstellungsmodul gebildet. Insgesamt soll die Farbigkeit des Raumes möglichst im Einklang mit den Vitrinen zurückhaltend gestaltet werden. Im Gegensatz dazu werden die Exponate mit kräftigeren Farben hinterlegt. Diese farbliche Gestaltung erfolgt auf Grundlage der von Le Corbusier entwickelten polychromen Farbtöne. Insgesamt sollen die Ausstellungsmodule flexibel und additiv gestaltet werden, so dass eine nachhaltige Nutzung gegeben ist. Die Inhalte der Ausstellungen werden über verschiedene Erzählebenen vermittelt:

>Einführungsraum als allgemeine Ebene

>Raumtext im Wandbereich als durchgängiger Fries als 2. Erzählebene

>Ausstellungsvitrinen als 3. Erzählebene

Eine Differenzierung der einzelnen Ausstellungsbereiche erfolgt auf Grundlage eines für jeden Bereich zugewiesenen Farbcovers für das Passepartout.