PROJEKTBESCHREIBUNG

bauherrRegion Hannover
wettbewerb3.Preis
hnf1.250 qm
bgf1.600 qm
gesamtkosten2,5 Mio €

Im Stadtteil Ahlem erinnert fast nichts mehr an den Ort jüdischen Lebens der Israelitischen Gartenbauschule sowie der Geschehnisse während des Nationalsozialismus. Der vorgeschlagene Entwurf veranschaulicht diesen Bruch in der Geschichte, indem er dem Ort ein zeichenhaftes Erscheinungsbild nach außen gibt. Der neue Erweiterungsbau tritt gegenüber der Direktorenvilla deutlich hervor und bildet eine Zäsur innerhalb der umgebenden Bebauung. Der Unscheinbarkeit und Banalität der jetzigen Situation wird mit dem Neubau eine Architektur gegenübergestellt, die allein durch ihre Materialität und Proportion ein irritierendes Element darstellt. Unterstützt wird diese Geste durch das Freistellen der Villa von Bewuchs und Ausbildung der Oberfläche des Geländes als einheitliche Tennenfläche. Das Gebäude wird somit selbst zum Exponat und aus dem alltäglichen Kontext entrückt. Die einfache kubische Scheibe aus Weißbeton des Erweiterungsbaus mit großmaßstäblicher Gliederung bewahrt den Denkmalcharakter der Villa, indem nicht einfach angebaut wird sondern die Ergänzung zum Bestand kontrastierend angelegt ist. Die homogene Erscheinung des Baukörpers als gegossenes Haus entspricht der Nutzung als Museum und Gedenkort, der über gezielte Öffnungen in Dialog mit der Umgebung tritt.